Lieblingsgemüse in der Wohnung anbauen? Das sollten Sie wissen

Gemüse in Wohnung anbauen

Selbstgepflanztes Gemüse scheint oftmals nichts weiter als ein schöner Traum zu sein. Das muss allerdings nicht so bleiben: Mit etwas Fingerspitzengefühl und Geduld lassen sich Gemüsepflanzen auch ganz wunderbar in den eigenen vier Wänden züchten. Selbst in einer Stadtwohnung kann das angebaute Grünzeug knackfrisch auf dem Salatteller landen. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihr leckeres Lieblingsgemüse in der Wohnung selbst anbauen können.

Passende Gemüsesorten anbauen

Bevor Sie Ihr eigenes Gemüsebeet anlegen, stellt sich zunächst die Frage nach den passenden Sorten. Schließlich eignet sich nicht jedes Grünzeug für den Selbstanbau ohne Garten. Mit der richtigen Pflege wachsen und gedeihen die folgenden Gemüsesorten in den eigenen vier Wänden prächtig.

  • Bohnen: Das grüne Gemüse lässt sich gut auf der heimischen Fensterbank anbauen. Ein heller Standort und eine Kletterhilfe (Stangen oder gespannte Fäden) sind Grundvoraussetzungen für eine ertragreiche Ernte des protein-, vitamin- und mineralhaltigen „Superfoods“.
  • Salat: Diese Kulturpflanze ist unter Indoor-Gärtnern ausgesprochen beliebt und ein Dauerbrenner im Gartenbeet. Von Kopfsalat über Endivien bis hin zum Feldsalat: Salat hat ganzjährig Saison. Weil die Pflanze tief wurzelt, muss sie nur selten bewässert werden.
  • Tomaten: Ob Salat-, Cherry- oder Cocktailtomaten – das leuchtend rote Gemüse wird sehr geschätzt und macht den Salat fruchtig. Tomaten sind ideal für den Anbau in der Wohnung, da sie kein Regenwasser mögen. Ein sonniges Plätzchen am Fenster und vorsichtiges Gießen lassen Tomaten bestens wachsen.
  • Zucchini: Es gibt wohl kaum eine Gemüsesorte, die zuverlässigere und großzügigere Erträge bringt als die Zucchini. Die gurkenähnlichen Gemüsestangen wachsen ausgesprochen schnell und werden auf verschiedene Arten verwendet. Sogar die Blüten der Zucchini sind essbar, z. B. mit Feta gefüllt und in der Pfanne frittiert.

Eine gute Lichtquelle finden

Die optimale Beleuchtung ist wohl die größte Herausforderung beim Gärtnern in der Wohnung. Ausreichend Licht bildet eine wesentliche Voraussetzung für das Pflanzenwachstum und die Photosynthese. Erhalten die Gemüsepflanzen zu wenig Licht, vergeilen sie, d. h. sie werden auffällig lang und dünn.

In den Sommermonaten kann für das Gemüsebeet auf der Fensterbank die natürliche Sonneneinstrahlung genützt werden. In der dunklen Jahreszeit hingegen wird es jedoch zunehmend schwieriger, eine geeignete Lichtquelle zu finden. Eine sparsame und effiziente Pflanzenbeleuchtung mit LED kann die angebauten Gemüsepflanzen selbst im Winter mit genügend Licht versorgen.

Gemüsepflanzen in geeigneter Erde züchten

Für das Gemüse, das Sie anbauen möchten, benötigen Sie passendes Substrat, denn gewöhnliche Blumenerde eignet sich nicht für das Gemüsebeet auf der Fensterbank. Wählen Sie stattdessen Anzucht- oder Aussaaterde für gesundes und optimales Wachstum der Gemüsepflanzen. Diese bringt folgende nützliche Eigenschaften mit:

  • Lockere Konsistenz: Durch die feinkörnige Beschaffenheit der Anzuchterde kann das Wasser schnell abfließen, sodass keine Staunässe entsteht. Zudem breitet sich durch die Konsistenz der Anzuchterde das Wurzelwerk der Jungpflanzen großzügig aus.
  • Keine Krankheitserreger: Weil Anzuchterde vollkommen frei von Krankheitserregern wie z. B. Bakterien, Pilzsporen und Viren ist, entwickeln sich die Gemüsepflanzen uneingeschränkt.
  • Geringer Nährstoffgehalt: Ist das Substrat nährstoffarm, werden die Keimlinge dazu angespornt, schneller dichte Wurzeln auszubilden. Bei zu großer Nährstoffmenge in der Erde keimen die Samen zwar schnell, aber sie wachsen nur sehr schwach.
  • Enthält keine Wurzeln oder Samen: Beinhaltet das Substrat Pflanzenreste von anderen Gewächsen, kann gewissermaßen Konkurrenzdruck entstehen. Darüber hinaus enthalten Wurzeln und Samen oft Schädlinge, die sich auf die Jungpflanzen übertragen können. In der Anzuchterde bestehen diese Risiken von vornherein nicht.

Gemüsepflanzen regelmäßig bewässern

Wasser bildet eine wesentliche Grundlage für optimales Pflanzenwachstum. Wie viel Wasser letztendlich benötigt wird, hängt immer davon ab, ob es sich um Flach- oder Tiefwurzler handelt. Allgemeingültige Regeln zum Wasserbedarf gibt es aber nicht – alle Gemüsepflanzen haben unterschiedliche Bedürfnisse.

Beim Gemüseanbau ist es sehr wichtig, dass die Erde immer feucht, aber niemals durchnässt ist. Versuchen Sie unbedingt, Staunässe zu vermeiden, da ansonsten die Pflanzenwurzeln zu faulen beginnen. Überprüfen Sie regelmäßig Über- und Untertöpfe auf Wasser und entleeren Sie diese gegebenenfalls.

Richtige Luftfeuchtigkeit schaffen

Damit sich Gemüsepflanzen gesund entwickeln können, ist außerdem eine dementsprechende Luftfeuchtigkeit wichtig. Bei einem Wert von 60 % wachsen Ihre grünen Mitbewohner besonders gut. Legen Sie sich am besten ein Hygrometer zur Messung der Luftfeuchtigkeit zu.

Ist die Luftfeuchtigkeit zu niedrig, trocknen die angebauten Gemüsesorten zunehmend aus. Das zeigt sich an ihren allmählich brauner werdenden Blatträndern und vertrockneten Blattspitzen. Ist die Luftfeuchtigkeit hingegen zu hoch, geben die Pflanzen bei der Verdunstung zu wenig Wasser ab.

Zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit müssen Sie das Mikroklima um die Pflanze erhöhen. Dazu stellen Sie mit Wasser gefüllte Schalen unter das Pflanzengefäß. Wollen Sie die Luftfeuchtigkeit hingegen vermindern, ist mehrmals tägliches Stoßlüften angesagt.

Gärtnern macht riesigen Spaß, und um Ihre Lieblingsgemüsesorten anzubauen, benötigen Sie gar nicht unbedingt einen Garten unter freiem Himmel. Auch das Gemüsebeet in den eigenen vier Wänden bringt eine ertragreiche Ernte hervor. Sind Sie Gemüse-Liebhaber und träumen schon lange von Ihrem persönlichen Gemüsegarten? Dann steht diesem Wunsch nun nichts mehr im Weg!

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