Urlaubsflair und Witterungsschutz – so versiegelt Schwedisches Rot das Holz optimal

schwedisches Rot

Wer an Schweden denkt, dem kommen sicherlich die weite Natur, die Geschichten von Astrid Lindgren sowie die typischen roten Holzhäuser in den Sinn. Letztgenannte haben sich aber längst auf einen Siegeszug rund um die Welt begeben: Tatsächlich gehört das markante Schwedenrot zu den Exportschlagern des skandinavischen Landes. Doch worum handelt es sich dabei genau und worauf ist bei einem Anstrich zu achten?

Schwedisches Rot – was ist das eigentlich?

Ob Schwedenrot, Schlammfarbe oder Falunrot: Bezeichnungen für den typisch schwedischen Holzanstrich gibt es viele. Dass er derart populär werden konnte, ist dagegen kein Zufall. Häuser, die damit behandelt werden, weisen selbst nach mehreren Jahrzehnten noch einen guten Zustand auf und müssen seltener saniert werden. Denn die Farben sind zwar atmungsaktiv, schützen das Holz aber vor Wind und Nässe. Der natürliche Prozess der Verwitterung wird verlangsamt, in der Folge kommt es seltener zu Löchern, Rissen und Defekten des Baumaterials. Für bis zu 30 Jahre lässt sich das Holz mit einer Farbschicht konservieren.

Ein eher zufälliger Fund erlangt Weltruhm

Auch wenn Schwedisches Rot momentan ganz im Trend liegt – neu ist die Farbe nicht. Vielmehr wurde sie im 16. Jahrhundert entdeckt, als Arbeiter in der schwedischen Stadt Falun nach Kupfer gruben, den entstehenden Abraum siebten und dabei auf rötliche Farbpigmente stießen. Dass sich aus ihnen ein streichfähiges Material herstellen lässt, das es einmal zum weltweiten Verkaufsschlager bringen würde, mag seinerzeit noch niemand geahnt haben. Dennoch besaßen die roten Erdpartikel bereits damals einen hohen Wert, den zunächst nur Künstler und Architekten bezahlen konnten.

Auf die richtige Mischung kommt es an

Häufig wurde übrigens versucht, das typische Schwedenrot zu kopieren. Doch ohne Erfolg, denn das eigentliche Rezept wird gut verwahrt. Bekannt ist dennoch, welche Rohstoffe sich darin befinden – lediglich ihre Anteile werden selbst nach Jahrhunderten noch streng gehütet. Bei ihnen handelt es sich um:

  • rotfarbene Erdpigmente
  • natürliches Öl, zumeist aus Lein- oder Hanfsamen
  • Mehl, das aus Getreide wie Weizen und Dinkel stammt
  • Wasser
  • Natürliche und aus schwedischem Gestein gewonnene Kieselerde
  • Zusatzstoffe wie Eisenvitriol und manchmal Blei

Die gute Vorarbeitet gewährleistet den optimalen Anstrich

Soll Schwedisches Rot verarbeitet werden, so gilt es, das damit zu behandelnde Holz im ersten Schritt von allen groben Verunreinigungen, von losen Anhaftungen sowie von Moosen, Farbresten und ähnlichem zu befreien. Sinnvoll ist es dabei, das natürliche Material einmal anzuschleifen, damit sich die Farbe besser mit dem Holz verbinden kann. Eine Grundierung, wie sie sonst beim Streichen üblich ist, entfällt hier allerdings. Lediglich bei ganz frischem und somit saugstarkem Holz kann ein Voranstrich erfolgen, bei dem das Falunrot mit zehn bis 20 Prozent Wasser verdünnt wird.

Darauf ist beim Anstrich zu achten

Im Gegensatz zu herkömmlichen Farben erweist sich Schwedisches Rot als deutlich dickflüssiger. Es wird daher mit Pinsel oder Bürste aufgetragen – idealerweise in Richtung der Maserung. Ratsam ist es dabei, in zwei bis drei Durchgängen jeweils eine sehr dünne Farbschicht auf das Holz zu bringen, die meist bei milden Temperaturen innerhalb einer Stunde getrocknet ist. Auf diese Weise entstehen ineinandergreifende Lagen, die zwar die Atmung des Holzes gewährleisten, die aber ein Eindringen von Wind und Feuchtigkeit verhindern. Erfahrungsgemäß meiden auch Insekten das mit Schwedenrot behandelte Haus – das jeden Betrachter an das herrliche skandinavische Land denken lässt.

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