Wie gesund ist Kaffee wirklich?

Kaffee aus einer Kaffeemaschine
Wer liebt ihn nicht? Seinen morgendlichen Kaffee! Doch wie gesund ist er wirklich? | © Pixabay

Viele Europäer schwören auf ihren Kaffee am Morgen. Die gesundheitlichen Auswirkungen von Kaffee sind allerdings seit langem ein umstrittenes Thema. Befürworter argumentieren immer wieder mit der antioxidativen Aktivität und der hirnverstärkenden Eigenschaft. Kritiker hingegen führen Nachteile wie Schlaflosigkeit, Verdauungsstörungen und eine erhöhte Herzfrequenz sowie Bluthochdruck an. Aus diesem Grund möchten wir nachfolgend die wissenschaftlichen Erkenntnisse aus den vergangenen Jahren zusammenfassen und Ihnen präsentieren.

Eines Vorweg: Nachfolgend werden die Auswirkungen des Kaffeekonsums auf den menschlichen Körper eruiert. Das Herstellungsverfahren des Kaffees ist dabei zweitrangig. Ob der Kaffee aus einer Kaffeemaschine, oder aus einem Kaffeevollautomaten kommt, spielt keine Rolle. Entscheidend sind die Inhaltsstoffe, welche primär von der Art und von dem Zustand der Kaffeebohnen beeinflusst werden.

Diese Vorteile von Kaffee sollten Sie kennen

Koffein sorgt für eine Steigerung des Kurzzeitgedächtnisses

Als eine Gruppe von Freiwilligen eine Dosis von 100 Milligramm Koffein erhielt, konnten österreichische Forscher einen Anstieg der Gehirnaktivität der Freiwilligen feststellen. Dies konnte  mittels funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRI) nachgewiesen werden. Dabei mussten die Freiwilligen eine Gedächtnisaufgabe erledigten. Die 100 mg Koffein entspricht in etwa die Menge, die in einer Tasse Kaffee enthalten ist.

Die Forscher stellten außerdem fest, dass die Gedächtnisleistungen und Reaktionszeiten der koffeinisierten Freiwilligen verbessert wurden.

Koffein scheint die bestimmten Bereiche des Gehirns zu beeinflussen, die für das Gedächtnis und die Konzentration verantwortlich sind. Das verleiht dem Kurzzeitgedächtnis einen Schub, obwohl nicht klar ist, wie lange die Wirkung anhält oder wie stark sie von Person zu Person variieren kann.

Kaffee ist eine gute Quelle für natürliche Antioxidantien

Tatsächlich zeigt Kaffee mehr antioxidative Aktivität als grüner Tee und Kakao. Wissenschaftler haben etwa 1.000 Antioxidantien in unverarbeiteten Kaffeebohnen identifiziert, und Hunderte weitere entwickeln sich während des Röstprozesses. Zahlreiche Studien haben Kaffee als eine der wichtigsten Quellen von Antioxidantien gegen freie Radikale bezeichnet.

Antioxidantien bekämpfen Entzündungen, eine der Hauptursachen für viele chronische Erkrankungen, darunter Arthritis, Atherosklerose und viele Krebsarten. Sie neutralisieren auch freie Radikale, die natürlich als Teil der täglichen Stoffwechselfunktionen vorkommen, aber oxidativen Stress verursachen können. Freie Radikale können unter anderem zu chronischen Krankheiten führen. Antioxidantien helfen uns, auf Mikroebene gesund zu bleiben, indem sie unsere Zellen vor Schäden schützen. Schließlich soll auch Chlorogensäure, ein wichtiges Antioxidans, das fast ausschließlich im Kaffee enthalten ist, zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen beitragen.

Kaffee kann helfen, bestimmte Krebsarten vorzubeugen

Männer die Kaffee trinken, können ein geringeres Risiko haben, Prostatakrebs zu bekommen. Darüber hinaus deuten neue Untersuchungen darauf hin, dass das tägliche Trinken von vier oder mehr Tassen Kaffee das Risiko von Gebärmutterhalskrebs bei Frauen um 25 Prozent im Vergleich zu Frauen, die weniger als eine Tasse pro Tag tranken, verringert. Forscher haben auch Verbindungen zwischen regelmäßigem Kaffeetrinken und niedrigeren Raten von Leber-, Darm-, Brust- und Rektumkrebs gefunden.

Wie wird nun das Risiko einer Tumorbildung reduziert? Polyphenole, antioxidative Phytochemikalien, die im Kaffee vorkommen, haben in mehreren Studien antikarzinogene Eigenschaften gezeigt und sollen helfen, Entzündungen zu reduzieren, die für einige Tumore verantwortlich sein könnten.

Kaffee kann das Gehirn vor Alzheimer und Parkinson schützen

Die Alzheimer-Krankheit ist die weltweit häufigste neurodegenerative Erkrankung und eine der Hauptursachen für Demenz. Studien haben gezeigt, dass Kaffeetrinker ein bis zu 65% geringeres Risiko für die Entstehung der Alzheimer-Krankheit haben. Parkinson ist die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung und wird durch den Tod von dopaminerzeugenden Neuronen im Gehirn verursacht.

Kaffeetrinker haben ein 32-60% geringeres Risiko für Parkinson. Je mehr Kaffee die Menschen trinken, desto geringer ist das Risiko. Mehrere Studien zeigen, dass Kaffeetrinker im Alter ein geringeres Risiko für Demenz, Alzheimer und Parkinson haben.

Eine Kaffeetasse mit Kaffeebohnen

Das sind die Nachteile von Kaffeekonsum

Schlechter Kaffee kann giftig sein

Schlechter Kaffee kann viele Verunreinigungen enthalten, die zu Krankheiten, Kopfschmerzen oder Unwohlsein führen können. Dies kann passieren, wenn der Kaffee aus Bohnen hergestellt wird, die übermäßig aufgeplatzt oder anderweitig zerstört wurden. Schon eine zerstörte Bohne kann Ihre Tasse giftig machen. Wenn Sie jedoch hochwertige Kaffeebohnen kaufen, müssen Sie sich darüber keine Gedanken machen.

Schwangere sollten nicht mehr als eine Tasse pro Tag trinken

Studien über die Wirkung von Kaffee auf einen Fötus waren umstritten, aber eines ist sicher: Wenn Sie in der Schwangerschaft Kaffee trinken, erreicht Koffein auch den Fötus. Und Ihr Baby ist sehr empfindlich auf Koffein. Wenn Sie also ein starker Kaffeetrinker sind und nicht aufhören können, ihn während der Schwangerschaft zu trinken, reduzieren Sie zumindest Ihre Kaffeeaufnahme auf eine Tasse pro Tag.

Kaffee kann Schlaflosigkeit und Unruhe verursachen

Nochmals, es ist das Koffein, das hier arbeitet. Ihre empfohlene Höchstmenge an Koffein beträgt 400 Milligramm, ungefähr die Menge, die Sie aus 4 Tassen Kaffee erhalten. Wenn Sie koffeinempfindlich sind, seien Sie vorsichtig mit Kaffee. Wahrscheinlich wissen Sie bereits, welche Menge und welche Art von Kaffee zu Ihnen passt oder nicht. Die Menge an Koffein, die für den menschlichen Verzehr unbedenklich ist, steht tatsächlich in unserer DNA.

Unser Fazit – Ist Kaffee nun gut oder schlecht?

Wenn Sie einen hohen Cholesterinspiegel haben oder koffeinempfindlich, schwanger oder ein Kind sind, sollten Sie auf Ihren Kaffeekonsum achten. Für alle anderen kann eine angemessene Menge (1-5 Tassen pro Tag) Kaffee gut für Sie sein. Es kann schwere Krankheiten verhindern, Geist und Muskeln stärken und sogar bei der Gewichtsabnahme helfen. Denken Sie daran, solange Sie giftfreien, hochwertigen Kaffee trinken und ihn mit Sorgfalt zubereiten, können und sollten Sie ihn genießen, weil Sie wissen, dass er gut für Sie ist.

Quellen und weiterführende Links

http://www.gesundheits-lexikon.com/Ernaehrung-Diaeten/Genussmittel/Kaffee.html

 

 
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