5 Geschlechtskrankheiten, die es in sich haben

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Schätzungen zufolge infizieren sich allein in Europa jedes Jahr bis zu 15 Millionen Menschen mit Geschlechtskrankheiten. Die Hauptursache für ihr Auftreten ist Geschlechtsverkehr ohne ausreichenden Schutz, obwohl es noch weitere Ansteckungsmöglichkeiten gibt. Viele von ihnen entwickeln sich über einen langen Zeitraum asymptomatisch. Was müssen Sie über Geschlechtskrankheiten wissen?

Syphilis

Syphilis ist eine zyklische Infektionskrankheit, die durch ein Bakterium, die so genannte Blasse Spirochäte (Treponema pallidum), verursacht wird. Es wird zwischen angeborener und erworbener Syphilis unterschieden. Erstere kann von einem Kind übertragen werden, das sich während des Fötus über die Plazenta mit Spirochäten infiziert hat. In diesem Fall sind die Folgen oft tragisch: Fehlgeburt, Frühgeburt oder Totgeburt. Zur Vorbeugung gegen kongenitale Syphilis sollte jede Frau während der Schwangerschaft zwei serologische Bluttests durchführen lassen. Eine Behandlung vor der 16. Schwangerschaftswoche kann eine Infektion des Fötus verhindern.

Die erworbene Syphilis wird hauptsächlich sexuell übertragen. Man kann sich auch anstecken, indem man eine Person mit Läsionen im Rachen küsst.

Das erste Symptom der Syphilis ist das Auftreten einer nicht schmerzhaften Primärläsion, die häufig mit einer Vergrößerung der umliegenden Lymphknoten einhergeht. Bei Männern befindet sich die primäre Läsion am Penis oder im Analkanal, Rektum oder Mund. Bei Frauen ist die häufigste Stelle der primären Ulzeration der Gebärmutterhals und die großen Schamlippen.

Die Veränderungen bilden sich nach 2-6 Wochen spontan zurück und hinterlassen eine atrophische Narbe, die oft kaum zu erkennen ist. Das Verschwinden der Symptome bedeutet jedoch keine Heilung, denn ohne Antibiotikatherapie schreitet die Krankheit weiter fort.

Eichelentzündung

Dabei handelt es sich um eine Entzündung der Vorhaut und der Eichel des Penis, in leichten Fällen auch nur der Eichel. Sie kann bei einem Mann jeden Alters auftreten. Beachten Sie, dass die Beschneidung das Risiko einer Vorhaut- und Eichelentzündung um bis zu 68 % verringert, aber nicht ausschließt.

Zu den Ursachen gehören:

  • unzureichende Hygiene – dies ist die häufigste Ursache für eine Entzündung der Eichel. Schleimdrüsensekrete, abgeschilferte Epidermis, Urin und Bakterien, die sich unter der Vorhaut ansammeln und nicht regelmäßig entfernt werden, führen zu Entzündungen der Vorhaut und der Eichel.
  • Reizung – kann durch verschiedene Hygieneprodukte, Spermizide, Feuchtigkeitsgels, Waschmittel und sogar einige Medikamente verursacht werden
  • Infektionen – bakterielle (Chlamydien, Gonorrhoe, Staphylokokken), virale (Herpes genitalis) und Pilzinfektionen, insbesondere bei Männern mit geschwächtem Immunsystem oder bei Kleinkindern (durch Windeln)

Chlamydien

Eine Krankheit, die durch das Bakterium Chlamydia trachomatis verursacht wird. Schätzungen zufolge infizieren sich jedes Jahr über 90 Millionen Menschen mit Chlamydiose.

Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 24 Jahren, die Sex mit mehreren Partnern haben und keine Kondome benutzen, sind am ehesten infiziert. Die meisten Menschen, die mit Chlamydien infiziert sind, sind sich der Krankheit nicht bewusst und suchen keinen Arzt auf. Auch wenn die Krankheitssymptome leicht oder symptomlos sind, kann die Infektion leider zu schwerwiegenden Komplikationen führen, die irreversible Schäden an den Fortpflanzungsorganen bei Männern und Frauen verursachen. In einigen Fällen führt eine unbehandelte Chlamydiose zu Sterilität.

Während der Schwangerschaft kann eine Infektion mit Chlamydia trachomatis zu fötalen Schäden und perinatalen Komplikationen führen. Häufig entwickeln Neugeborene eine Bindehautentzündung oder eine Entzündung der Atemwege aufgrund einer Infektion mit dem Bakterium während der Geburt, wenn sie den Geburtskanal der betroffenen Mutter passieren.

AIDS

Die Infektion mit dem Humanen Immundefizienz-Virus (HIV) ist eine chronische Krankheit, die zu einer fortschreitenden Beeinträchtigung des Immunsystems einer infizierten Person führt. Die Infektion erfolgt in der Regel über Blut, durch sexuellen Kontakt oder vertikal von der Mutter auf das Kind während der Schwangerschaft oder beim Stillen.

HIV gehört zur Familie der Retroviren und befällt vor allem die Zellen des Immunsystems – weiße Blutkörperchen im Blut, im Knochenmark, im Magen-Darm-Trakt und im zentralen Nervensystem. Das Fortschreiten der Krankheit führt zu einer ständigen Abnahme der Zahl der weißen Blutkörperchen und zu einer verstärkten Vermehrung des Virus.

Virale Hepatitis B

Es handelt sich um eine Infektionskrankheit, die durch das HBV-Virus (Hepatitis-B-Virus) verursacht wird. Hepatitis B wird hauptsächlich über Blut übertragen, aber auch eine Ansteckung durch sexuellen Kontakt ist möglich. Das Risiko besteht nicht nur beim Geschlechtsverkehr selbst, sondern auch beim direkten Kontakt mit dem Sperma oder den Vaginalsekreten der betroffenen Person.

Mehr als 60 % aller Hepatitis-B-Infektionen treten in Gesundheitseinrichtungen auf, und zwar häufiger in nicht-chirurgischen als in chirurgischen Abteilungen. Die Ursache für die Virusübertragung sind schlecht sterilisierte Geräte oder andere Hygienemängel des Personals beim Händewaschen und Handschuhwechsel.

Akute Hepatitis B führt zu Hepatitis, Erbrechen, Gelbsucht und selten zum Tod. Chronische Hepatitis B kann zu Leberzirrhose und Leberzellkarzinom führen.

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