Methoden der konservativen Orthopädie

Konservative Orthopädie

Zu den “Methoden der konservativen Orthopädie“ gehören in erster Linie Behandlungsbereiche, die den skelettalen – und/oder muskulären Aufbau sowie die Faszien betreffen. Hinzu kommt das Behandlungsspektrum der Stoffwechselerkrankungen mit rheumatischen Beschwerden.

Eingesetzt werden neben den physikalischen Methoden und der manuellen Medizin die technische Orthopädie. So kann auf Stoffwechselabläufe und Fehlfunktionen im Bereich des Stütz- und Bewegungsapparates eingegangen werden. Eine Linderung der temporären oder konstanten Schmerzen gehört parallel zum Behandlungsablauf.

Die zur Anwendung kommenden Methoden richten sich immer nach dem Krankheits- bzw. Beschwerdebild. Deshalb ist eine eingehende Anamnese und Diagnostik inklusive bildgebender Verfahren die Grundlage einer orthopädischen Behandlung.

Folgende Methoden sind möglich:

  • physikalische Therapie mit Wärme, Kälte, Strom
  • Ruhigstellungen mittels Schienung
  • gelenkstabilisierende Maßnahmen
  • Musklaufbautraining (auch zur Stützung des knöchernen Skeletts)
  • Bewegungsmaßnahmen (z. B. verschiedene Methoden der Krankengymnastik, Wassergymnastik, Gerätetraining)

Laut Dr. med. Jonas Putzhammer, Spezialist für Osteopathie in München, eignen sich diese Maßnahmen einerseits für die postoperative Therapie und andererseits für die präoperative Behandlung, damit bestenfalls eine Operation vermieden werden kann.

Zusammenfassend beziehen sich die Einsatzgebiete der konservativen Orthopädie auf den gesamten Bewegungsapparat sowie den arthrotischen Stoffwechselerkrankungen (Osteoporose, Arthrose, Arthritis). Ferner gehören Achsabweichungen bzw. der Achsfehlstellungen in diesen Bereich. Nicht selten ist eine begleitende Schmerzbehandlung erforderlich, die sich am Ausmaß der Schmerzen und der Ursache orientiert.

Wie wirken welche Methoden?

Die physikalische Therapie bedient sich der naturbedingten Energien und kann von technischen Behandlungsmethoden wie Wärme, Kälte, Strom, Magnetfeld und Wasser unterstützt werden. Bei der Behandlung mit Strom wird eine gezielte Reizung unterschiedlicher Nervenenden herbeigeführt, um eine muskuläre Kräftigung und/oder Schmerzlinderung zu erzielen.

Mit der Bewegungstherapie bzw. der Krankengymnastik werden einerseits die Beweglichkeit gefördert und falsche Bewegungsmuster korrigiert und andererseits Ungleichheiten ausgeglichen. Ob auch das Gerätetraining zielführend ist, hängt von der Diagnose ab.

Mit speziellen Trainingstechniken ist es auch möglich, neue Verknüpfungen im Gehirn sowie neue Verschaltungen der Nervenenden herbeizuführen. In diesem Fall ist die Rede von „Krankengymnastik auf neurophysikalischer Basis“.

Ein wichtiger Baustein ist die konservative, technische Orthopädie.

Hierzu gehören die maßgefertigte Schuhzurichtung durch den Orthopädietechniker oder orthopädischen Schuhmacher, die Versorgung mit Einlagen sowie die Anpassung von Orthesen für eine ausreichende Stützfunktion und Bandagen für die gesicherte Mobilisation.

Die Behandlung mit Injektionen bzw. Infiltrationen

Liegt eine Wirbelsäulenerkrankung oder eine Reizung der Nervenwurzel (z. B. ein Bandscheibenvorfall) vor, ist eine Injektions- oder Infiltrationsbehandlung zur Schmerzlinderung und zur Minderung der Beschwerden häufig zielführend. Auch die Wahrnehmung der Schmerzen kann so positiv beeinflusst werden. Diese Faktoren gelten auch für eine Einengung der Nervenaustrittslöcher oder eine Verengung des Nervenkanals (lumbale Spinalkanalstenose). Danach können die Betroffenen besser mit den Schmerzen leben, gewinnen an Beweglichkeit und damit an Lebensqualität. Um den Effekt dieser Therapien zu unterstützen, werden krankengymnastische Übungen verordnet. Diese sind temporär oder, wenn chronische Situationen vorliegen, konstant erforderlich. Operative Eingriffe müssen oftmals nicht mehr durchgeführt werden.

Die konservative Behandlung mit Salben erfolgt hauptsächlich bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen sowie bei Prellungen und Stauchungen.

Die manuelle Medizin

Wird die manuelle Medizin angewendet, dann erfolgt die Beseitigung von Fehlfunktionen mit den Händen. Durch gezielte Strukturveränderungen kann die Fehlfunktion von Gelenken, Muskeln und Faszien korrigiert werden. Dies führt im Endeffekt zu einer besseren Beweglichkeit und einer Schmerzreduktion. Die Anwendung ist prä- und postoperativ möglich. Nicht selten schließt sich eine gezielte krankengymnastische Behandlung an. Je nach Diagnose kann diese auch parallel erfolgen. In jedem Fall dient die manuelle Medizin der Rehabilitation und Wiederherstellung von normalen Bewegungsabläufen bzw. Körperfunktionen.

Die Behandlung mit Schienen, Gips und Verbänden erfolgt bei schmerzhaften Gelenken durch manifeste Reizzustände und Knochenbrüchen. Das Ziel ist eine teilweise oder komplette Ruhigstellung, damit einer Entlastung erfolgt. Diese müssen so lange getragen werden, bis die eingetretene Strukturveränderung oder der geschädigte Knochen verheilt ist.

Fazit

Mit den Methoden der konservativen Orthopädie können viele Beschwerden gelindert oder sogar behoben werden. Eine Operation, die immer einen Eingriff in das Gesamtkonstrukt der menschlichen Physis darstellt, kann vielfach vermieden werden.

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